BTG2020 – Tag 1

Kurz vor 13 Uhr bin ich in Basel. Vor dem Bahnhof liegen zwei Männer auf dem Bürgersteig in der Sonne. Die Oberkörper frei. Das gute Wetter will genossen werden.

Bereits nach knapp 3 km sehe ich die deutschen Zollbeamten an der bundesdeutschen Grenze. Sie gucken ernst und der Lage angemessen, winken mich aber nicht heraus.

Die nächsten 60 km geht es mehr oder weniger am Rhein entlang. In Waldshut-Tiengen beabsichtige ich einen Überraschungsbesuch zu machen. Doch der einzige, der überrascht schaut bin ich. Nicht nur, dass ich niemanden antreffe. Darüber hinaus scheint mein in den letzten Jahren aus den Augen verlorener Freund gar nicht mehr in der Korngasse zu wohnen.

Dann esse ich halt in der netten Altstadt ein Spaghetti Eis. Für irgendwas muss mein kleiner Abstecher von der offiziellen Bikepacking Trans Germany Route schließlich gut gewesen sein.

Ich kaufe im Supermarkt Norma mein Abendessen ein, was grundsätzlich nicht weiter erwähnenswert wäre. Doch eine ältere Dame läuft mir hinterher und spricht mich an. Da sie keinen Mundschutz trägt, erscheint sie mir sofort verdächtig.

„Das wollte ich Ihnen mal sagen, dieser Fleischsalat schmeckt ausgezeichnet. Wirklich. Nur dass sie das wissen.“

Ich bedanke mich. Was bleibt mir anderes übrig? Den Fleischsalat nehme ich dennoch nicht mit. So leicht will ich mich nicht beeinflussen lassen.

An der Kasse steht dieselbe Dame dann vor mir. Während sie zahlt, lobt sie die tolle Qualität der Produkte von Norma. Na, dann kann ich mich auf mein Abendessen ja schon mal freuen.

Nach bummeligen 95 km erwähle ich eine Wiese zum Nachtlager. Es gibt Bänke und Tische und einen Mülleimer. Darin liegt ein Kondom. Besser dort als auf der Wiese.

Meine Daten bei komoot:

94,5km in 5h 7m Fahrtzeit / Ø 18,5 km/h / 550hm